Strukturen, die tragen.

Um Forschung, Studium und Lehre, Third Mission, Gleichstellung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung wirksam zu unterstützen, entwickeln wir unsere Organisation zielorientiert weiter und schaffen Strukturen, die tragen. In den Jahren 2026-2035 werden wir Maßnahmen zur Organisations- und Personalentwicklung ergreifen, unsere Infrastruktur zukunftsorientiert gestalten, die Chancen der Digitalisierung und KI nutzen und unsere IT-Governance harmonisieren.

Organisation und Personal entwickeln

Wir nutzen Organisationsentwicklung, um die Leistungsfähigkeit von Fakultäten und Einrichtungen zu steigern, indem wir Prozesse und Abläufe optimieren, Schnittstellen verbessern und ein gemeinsames Narrativ kultivieren. Im Rahmen des HEP soll die Organisationsentwicklung helfen, die angestrebten Entwicklungen, Ziele und Veränderungen wirksam umzusetzen. Wir sind eine lernende Organisation, die blinde Flecken systematisch identifiziert und die Universität als Biotop der Möglichkeiten anpassungsfähig und robust hält. Die Organisationsentwicklung verstehen wir als Instrument, um uns auf die sich ändernden Rahmenbedingungen einzustellen, um innerhalb der Organisation weiterhin die Freiheit für wissenschaftliches Entdecken und Ausprobieren zu erhalten. Dabei bauen wir auf die folgenden Organisationsprinzipien und Vorgehensweisen: Ziele werden gemeinsam und kontextsensitiv definiert, Entwicklungswege gemeinsam aufgezeigt und beschritten. In allen Teilen der Organisation streben wir nach einfachen, transparenten und optimierten Prozessen; Organisationsentwicklungs-Akteur*innen berücksichtigen Freiheit, Autonomie und agieren unterstützend, strukturkreativ und ermöglichend. Die Organisationsentwicklung folgt den Planungsprinzipien des HEP: dialogisch, zukunftsoffen, ermöglichend, wesentlich, transparent, konsistent und ressourcenschonend.

Wir bauen unsere Personalentwicklung zu einer fundierten, systematischen Förderung und Weiterentwicklung der Kompetenzen all unserer Beschäftigten in Wissenschaft, Kunst, Technik und Verwaltung aus. Personalentwicklung erfolgt entlang des gesamten beruflichen Lebenszyklus und spannt den Bogen vom Onboarding über die Erhaltung von bestehenden und Vermittlung neuer Fähigkeiten, die Personalbindung, die Berücksichtigung besonderer Situationen wie Ausbildung, wissenschaftlicher Qualifikation, Führungsverantwortung bis hin zum Offboarding. Wir etablieren eine positive Arbeitsumgebung, in der alle Beschäftigten Freude an der Arbeit haben können, Wertschätzung erfahren, sich mit der Bergischen Universität identifizieren und ein gemeinsames Verständnis akademischer Aufgaben besteht. Eine positive Fehlerkultur stärkt Lernen und Selbstwirksamkeit. Unseren Professor*innen und allen anderen Führungskräften kommt eine besondere Bedeutung und Verantwortung zu: Sie unterstützen die Personalentwicklung und sind für ihre Mitarbeiter*innen da. In der Umsetzung der Personalentwicklung werden Prozesse der Personalgewinnung sowie die Fort- und Weiterbildung eine prioritäre Rolle spielen.

Infrastruktur zukunftsorientiert gestalten

Unsere Infrastruktur als Gesamtsystem aus Gebäuden, Technik, Laboren, Geräten, Ver- und Entsorgung sowie unterstützenden Services richten wir konsequent, ziel- und zukunftsorientiert darauf aus, Exzellenz in Forschung, Lehre und Third Mission sichtbar möglich zu machen. In den nächsten Jahren erhöhen wir mit klarer Priorisierung die Wirkung jeder Investition, bündeln Ressourcen in gemeinsam nutzbaren Core- und Shared Facilities und gestalten Prozesse so, dass Betrieb und Verwaltung effizient, transparent und verlässlich funktionieren. Wir reduzieren unseren Flächenverbrauch, um uns von kostenintensiven externen Anmietungen zu lösen, die Raumauslastung zu steigern und Mittel in qualitativ hochwertige Lern-, Lehr- und Forschungsumgebungen umschichten zu können. Räume planen wir zugleich variabel und robust: modular, wo Mehrfachnutzung möglich ist, und spezifisch dort, wo fachliche Anforderungen, Sicherheit und Qualität dies verlangen. Aktiv heben wir Nachhaltigkeitspotenziale, insbesondere für Energie- und Kreislaufprojekte, und verankern robuste, wartungsarme Standards im Betrieb.

Wir erhöhen die Aufenthaltsqualität auf unseren Campus: Wir gestalten Wegebeziehungen transparent, schaffen mehr barrierearme, sichere und einladende Orte für formelles und informelles Arbeiten und verbessern gemeinsam mit dem Studierendenwerk die gastronomische Versorgung. Unsere Infrastruktur fördert Kollaboration, Austausch und Internationalität. Auf dem Weg zu diesen positiven Eigenschaften der Infrastruktur entwerfen wir formalisierte Plattformen für Räume (Seminar, Büro, Labor), Gebäude und Ereignisse. Zudem richten wir informelle Begegnungsflächen als Möglichkeitsorte für variable Nutzungen ein.

Die Universitätsbibliothek Wuppertal stärken wir als zentralen, wissenschaftsbezogenen Lern- und Arbeitsort – nicht nur für die Mitglieder der Bergischen Universität, sondern auch für interessierte Bürger*innen der Region. Die Universitätsbibliothek gestaltet und erweitert ihre zielgruppenorientierten Dienstleistungen nach dem Konzept der „hybriden Bibliothek“. Der traditionelle Teil dieser Bibliothek umfasst die physischen Räumlichkeiten, wie die Bibliotheksgebäude mit Lesesälen, Arbeitsplätzen, Magazinen und gedruckten Beständen. Der weiterhin wachsende digitale Teil der Bibliothek ermöglicht einen ortsunabhängigen Zugriff auf online verfügbare Medien wie Fachdatenbanken, elektronische Zeitschriften, E-Books und weitere Informationsdienstleistungen. Ziel ist ein barrierearmer zeit- und ortsunabhängiger Zugriff auf das gesamte Dienstleistungsangebot. Wir erweitern die Lesesäle und bauen das Angebot an studentischen Arbeitsplätzen aus. Die Werkstätten der Studieneingangsphase integrieren wir in das Bibliotheksgebäude.

Chancen der Digitalisierung und KI nutzen, Governance harmonisieren

An der Bergischen Universität richten wir unsere IT-Strukturen, den IT-Support und alle Aktivitäten in der Digitalisierung so aus, dass unsere Ziele in Studium, Lehre, Forschung und Third Mission bestmöglich unterstützt werden. Im Zentrum stehen die Umstellung auf virtuelle Plattformen für Zusammenarbeit und Kommunikation, Inklusivität sowie die Nutzung digitaler Formate für Forschung, Lehren, Lernen, Prüfen sowie für die Unterstützungsprozesse. Eine Verbesserung der administrativen Effizienz und Ressourcenverwaltung ist natürlicher Bestandteil unserer Anstrengungen.

In der Forschung schaffen wir eine skalierbare, hybride Rechen- und Datenbasis nach dem Prinzip „so zentral wie möglich, so dezentral wie nötig“: Wir migrieren schrittweise in landesweite Cloud- und HPC-Strukturen, halten zugleich geeignete lokale Kapazitäten für schnelle, projektspezifische Bedarfe vor und etablieren ein forschungsnahes Datenmanagement von der Planung bis zur Langzeitarchivierung. Wir bauen sichere Kollaborationsplattformen für den Austausch mit Partner*innen auf, fördern digitale Kompetenzen durch Trainings und verankern Open-Science-Grundsätze als Leitlinie für offene, nachnutzbare Forschung.

In Studium und Lehre nutzen wir digitale Instrumente und Verfahren zur Steigerung der Qualität sowie zur Flexibilisierung und Individualisierung des Lehrangebots. Wir fördern die digitalen Kompetenzen der Studierenden in fachbezogenen und fachübergreifenden Angeboten. Wir ermöglichen den Einsatz zeitgemäßer digitaler Werkzeuge und Anwendungen durch die Schaffung der notwendigen technischen und räumlichen Voraussetzungen. Wir sichern barrierearme, inklusive Nutzbarkeit und unterstützen die Umsetzung digital gestützter Lehre durch hochwertige Raumtechnik und verlässliche Videokonferenz-Infrastruktur. Wir setzen innovative Technologien – etwa Künstliche Intelligenz und Augmented bzw. Virtual Reality – dort ein, wo sie Lernprozesse verbessern, und erweitern digitale Prüfungsoptionen einschließlich Bring-your-own-Device-Szenarien unter klaren Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Wir entwickeln das zentrale Learning-Management-System weiter und passen die hochschuldidaktischen Unterstützungsangebote für die Lehrenden kontinuierlich an aktuelle Entwicklungen an.

Für Betrieb und Verwaltung schaffen wir ein digitales Mindset und schlanke, messbar bessere Prozesse: Wir standardisieren und automatisieren Workflows gemeinsam mit den Fakultäten und zentralen Einrichtungen, stärken offene Kommunikations- und Wissenskanäle, verbessern das Schnittstellenmanagement und machen Leistungen sowie Servicezeiten transparent. Nachhaltigkeit bleibt Querschnittsziel – durch energieeffiziente IT, konsolidierte Systeme und papierarme Verfahren.

Informationssicherheit und Datenschutz sind nicht verhandelbar: Wir etablieren eine „Cloud-first“-Rahmenstrategie mit klaren Zugriffs-, Verschlüsselungs- und Kontrollmechanismen, führen regelmäßige Risiko- und Schwachstellenanalysen durch, schalten Altsysteme geordnet ab, setzen auf Multi-Faktor-Authentifizierung und schulen alle Rollen; wo sinnvoll, streben wir Zertifizierungen nach aktuellen ISO-Standards an.

Wir skalieren Wirkung durch Kooperation: Wir suchen aktiv strategische Partnerschaften mit anderen Hochschulen, Landesdiensten und Konsortien, vereinbaren belastbare Service-Level und nutzen gemeinsame Plattformen, um Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung digitaler Dienste zu beschleunigen.

Zur Steuerung professionalisieren wir die Governance: Wir verankern klare Verantwortungen, bewerten Vorhaben entlang der HEP-Prinzipien und priorisieren ressourcenschonend nach Nutzen, Risiko und Reifegrad. Ein offenes Digital-Portal bündelt Vorschläge aus der Universität und ermöglicht Kurskorrekturen. So bauen wir eine verlässliche, sichere und innovative Digitalbasis auf, die unsere strategischen Ziele unterstützt.