Einleitung
verstehen. vermitteln. gestalten.
Die Bergische Universität richtet ihre Aktivitäten auf die drei Missionen Forschung, Lehre und Third Mission aus und folgt damit ihrem gesetzlichen Auftrag. Integriert in diese drei Missionen sind unsere Ansprüche in der Gleichstellungs-, Diversitäts- und Inklusionsförderung. Digitalität sehen wir als Normalfall, ebenso nachhaltigkeitsorientiertes Arbeiten.
Unseren Auftrag übersetzen wir an der Bergischen Universität in ein Universitätsleitbild und ein Leitbild Lehre sowie in strategische Ziele, die wir dann in operative Ziele und Arbeitsprogramme konkretisieren. Dies geschieht unter Einbeziehung der Fakultäten, der Verwaltung und Zentralen Einrichtungen, der Gremien und – natürlich – der Studierendenschaft. Über zahlreiche Veranstaltungen, insbesondere zum Leitbild Lehre, waren nicht nur AStA und Fachschaften, sondern auch Studierende als Einzelne zur Mitwirkung eingeladen.
Auf der Basis des im Jahr 2025 von Rektorat, Senat und Hochschulrat beschlossenen Leitbildes beschreibt der vorliegende Hochschulentwicklungsplan die strategischen Ziele und die Wege zu ihrer Erreichung in einer 10-Jahres-Perspektive. Die konkrete Umsetzung in den Fakultäten, in der Verwaltung und in den Zentralen Einrichtungen ist Gegenstand von kürzeren Arbeitsprogrammen bzw. Fakultätsentwicklungsplänen. Vieles von dem, was wir tun, ist nicht Ziel oder Zweck in sich selbst, sondern „Umzu“-Aktivität: Wir tun es, um unsere eigentlichen Ziele zu erreichen. Dafür müssen wir uns auch mit uns selbst und den Bedingungen unserer Arbeitsfähigkeit befassen. Nicht immer lässt sich eine trennscharfe Ziel-Mittel-Hierarchie angeben. Wir sind eine Universität.
Wir fühlen uns der Wahrheitssuche verpflichtet. Dies zu betonen weist angesichts der aktuellen Herausforderungen der Gesellschaft programmatische und methodische Qualitäten auf: Empörungs- oder Meinungsdiskurse sind für uns ggf. Einstieg, niemals aber Modus unserer wissenschaftsgeleiteten Diskurse. In diesen suchen wir nach wohlbegründeten Argumenten und Positionen, die ihrerseits ständig der Falsifizierbarkeit und Weiterentwicklung unterliegen. Wissenschaftlich begründete Argumente sind etwas anderes als Meinungen. Die Programmatik einer Universität zielt auf erstere. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern und zu verbreiten und damit viele Menschen zu einer aktiven Rolle in unserer demokratischen Gesellschaft zu coachen, ist unsere Mission. Dabei interessiert uns nicht nur die wissenschaftliche Analyse von Problemen, sondern letztlich deren Lösung. Und dies nicht nur theoretisch, sondern auch mit Gestaltungsanspruch bis hin zu konkretem, persönlichem Engagement von Universitätsangehörigen auch außerhalb der Universität. Durch wissenschaftlich begründetes Entscheiden und Handeln kann gesellschaftlicher Mehrwert im privaten wie öffentlichen Sektor entstehen.
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir Vernetzungs- und Verbund-Initiativen. Auch der vorliegende Hochschulentwicklungsplan ist vernetzt gedacht. Er wird ausschließlich digital präsentiert und bietet zunächst einen Überblick in Form von Hauptkapiteln, die vielfach in verwandte Planungsthemen und Arbeitsgebiete verlinkt sind. Zudem sind auch das Universitätsleitbild und das Leitbild Lehre vielfach mit dem Hochschulentwicklungsplan verlinkt.
Das Forschungskapitel beschreibt das wissenschaftliche Arbeitsprofil und die Ambitionen der Bergischen Universität sowie die Unterstützungsstrukturen für die vielen kreativen Köpfe, die unsere Forschung voranbringen. Wir haben u. a. vier Aktivitätsfelder definiert, die die Entwicklung von größeren, fokussierten Forschungsverbünden für Zukunftsthemen erleichtern sollen. Mit anderen Hochschulen sowie Außeruniversitären Forschungseinrichtungen bauen wir verstärkt Allianzen auf.
Das Kapitel zu Studium und Lehre beschreibt unseren Anspruch, Studiengangsentwicklung als gemeinsame, die Fakultäten vernetzende Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen, die Lehrqualität sowie gezielte Unterstützungs- und Beratungsangebote immer weiter zu entwickeln und damit den Erfolg unserer Studierenden zu beflügeln. Vernetzung ist immer wieder ein Leitmotiv: mit Schulen, aber auch mit anderen Playern und Partner*innen, zum Beispiel in der Entwicklung des gemeinsamen Studienprogramms für Grundschullehrkräfte mit der RWTH Aachen. Wir sind auch hier Team-Player.
In der Third Mission zeigen sich besonders deutlich konstitutive Merkmale der engen Verbundenheit der Bergischen Universität mit dem Bergischen Land. Das Bergische Land ist stolz auf seine Hidden Champions und die familiengeprägte, mittelständische Unternehmenslandschaft. Ein Netzwerk regionaltypischer, oft bis heute eigentümer*innengeführter Unternehmen stützt auch die Arbeit an der Bergischen Universität und ihre Studierenden, nicht zuletzt durch Deutschlandstipendien. Für Unternehmen ebenso wie für öffentliche Arbeitgeber*innen, Profits wie Non-Profits und insbesondere auch Schulen sind wir engagierte Partnerin. Absolvierende bleiben unser wichtigster Transfer in die Praxis. Ein besonderes landesseitiges Interesse besteht an Lehrkräftebildung und MINT-Absolvierenden. Dessen sind wir uns bewusst. Mit unserem UniService Third Mission unterstützen wir das Engagement aller Universitätsangehörigen, mit Lösungen einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu leisten.
Querschnittsthemen widmen wir eigene Abschnitte: Gleichstellung, Diversität, Inklusion; Nachhaltigkeit und Internationales. Ebenso den Strukturen, die unsere Arbeit unterstützen: Organisations- und Personalentwicklung; Digitales; und nicht zuletzt der Infrastrukturentwicklung – angesichts des Sanierungs- und Investitionsstaus an vielen deutschen Universitäten auch an der Bergischen Universität ein herausforderndes Themenfeld.
Die Hauptkapiteltexte weisen – unter Nennung einzelner konkreterer Beispiele an bestimmten Stellen – eine große Flughöhe auf. Für Details und konkrete Umsetzungsvorhaben verweisen wir auf die Arbeitsprogramme bzw. Fakultätsentwicklungspläne, die jeweils verlinkt sind. Vorteil der digitalen Präsentationsform ist auch: Die Texte können und sollen leben. Dazulernen ist Teil unseres Selbstverständnisses; das soll und wird sich auch an unseren Planungsdokumenten zeigen. Diese Dynamik ist vorgesehener Teil der Planung und wird jeweils gekennzeichnet. Neues und Innovatives ist an der Bergischen Universität sowohl in unseren Inhalten als auch in der Form willkommen. Viel Freude beim Lesen und Mit-Denken!